URSINA FRIED & PARTNER

Dankbar für die kleinen Dinge des Lebens

01.01.2021

Es ist schön, den Augen dessen zu begegnen, den man soeben beschenkt hat.

Jean de La Bruyère

Ein grosses Wort und manchmal auch ein Un-Wort. Früher liess ich es mir oft sagen: „ Sei dankbar, zeige Dankbarkeit... .“ Das waren Zeiten, die nicht einfach waren, die mich emotional und mental herausgefordert haben... In diesen Augenblicken fragte ich mich innerlich, warum sagst du das zu mir? Warum glaubst du, bin ich undankbar? Woher willst du wissen, dass ich nicht dankbar bin? Es ist manchmal auch eine Killerphrase. Ja, du hast richtig gehört.

Nur weil ich mich auch mal ärgere, ich traurig, melancholisch bin, heisst das nicht, dass ich undankbar bin. Auch wenn ich gewisse Dinge nicht richtig finde und es auch ausspreche, dann bin ich nicht undankbar. Dann finde ich das einfach für mich nicht passend, richtig oder sonst was.

Ich bin ein Mensch, der sich jeden Tag bedankt. Der sich viele viele Male still und laut bedankt. Ich bedanke mich auch, wenn der Zug Verspätung hat. Weil ich dann vielleicht ein klein wenig länger den Sonnenaufgang betrachten durfte, ein nettes Gespräch etwas länger war.... ich einem wunderschönen Lächeln begegnen durfte.

Worum ich dich bitte? Nutze Dankbarkeit nicht als Phrase um andere Menschen klein zu machen, sie zu massregeln...

... und ja, es gab schon Momente im Leben, da wollte ich nicht dankbar sein. Da wollte ich meine Wut spüren, meinen Aerger...  Und später... da war ich dankbar dafür, dass ich nun weiss, wie sich Wut anfühlt, wie sich Aerger breit macht und wie es dazu kam... Dafür bin ich dankbar....

... und manchmal gibt es im Leben Dinge, die wir erleben, für die wir im Augenblick nicht dankbar sein können, weil wir im Moment feststecken... Dann bitte ich dich: „Komme mir nicht mit der Floskel: sei Dankbar für ...“.

... weil es manchmal zuerst einen Perspektivenwechsel braucht... Denn wenn wir feststecken in der Wut, im Aerger, in der Traurigkeit, fällt es dir und mir vielleicht nicht sofort ein, wofür du und ich gerade jetzt dankbar sein können.

#atmen #lowenzahn #blogursinafried... heute kann ich das schon viel besser, dann bedanke ich mich beim Universum. Ich bedanke mich für mein Leben, für meinen Atem, der einfach kommt und geht... und der mich nährt, mich erfrischt, der mich am Leben hält, der Atem... und ich weiss, es atmet mich. Er folgt meinen Launen, mal schneller, langsamer, er tut, was nötig ist, mein Atem. Dafür bin ich ihm unglaublich dankbar. Er tut es Atemzug um Atemzug.

... und wenn es ab und zu Tage gibt, an dem ich mich nicht einmal an meinen Atem erinnern kann, dann gibt es vielleicht andere kleine und grosse Dinge, die so unglaublich selbstverständlich sind und ich trotzdem dankbar sein kann.

... hattest du heisses Wasser, oder kaltes Wasser, frisches Wasser, Trinkwasser, das aus deinem Wasserhahn floss? Dafür kann ich immer ohne Wenn und Aber dankbar sein. ... und dein Smartphone? Das Stromnetz... Das Internet? Es kann dich mit den Menschen verbinden, die du liebst,... auch dafür bin ich so unglaublich dankbar... diese Wunder der Technik, die mein Leben erleichtern... Es gab Menschen, die all diese Dinge erfunden haben. Die die ersten Wasserleitungen bauten, die Filter für Wasseraufbereitung entwickelten... die die Telephonie revolutionierten...

...und stell dir vor, das kann ich, auch wenn ich wütend bin. Dann ist meine Dankbarkeit nicht weniger echt.

Ich setze mich sehr oft auf den Boden und bedanke mich ... ich fange mit dem Boden an, dem Teppich, der auf dem Boden liegt, die Kleider, die mich umhüllen, den Raum, die Wohnung, das Haus, den Ort, die Region, der nahe See, der nahe Wald....  dann dehne ich meine Dankbarkeit ins Unendliche aus... bis ich das Gefühl habe, Eins zu sein, mit allem was ist. 

Das tue ich noch immer ganz oft, eigentlich fast jeden Morgen, nach dem Aufwachen.  Egal, wie ich mich gerade fühle. Danach fühle ich mich voller Energie und Kraft.

Was etwas länger gedauert hatte, war die Dankbarkeit mir selbst gegenüber.

Dankbarkeit Dir selbst gegenüber

Gibt es 3 Punkte, wofür du dir#Notiz #dankbarkeit #blogursinafried gegenüber dankbar bist? Kannst du vor den Spiegel stehen und dir 3 Dinge sagen? Das gibt unglaublich Energie... Es ist wie eine zarte Welle, die dich durch den Tag trägt...

Heute habe ich mir wieder einmal gesagt, wie dankbar ich bin, dass ich so gerne schreibe und ich das, was ich fühle, denke, weiss und erlebe veröffentlichen darf.  Ich so dankbar bin, ein freies Leben ohne Verfolgung zu führen. Ich so dankbar bin, dass ich bis heute immer wieder aufgestanden bin, nachdem ich hingefallen bin. Das Hinfallen mir immer neue Perspektiven zeigte und ich das Leben noch intensiver erfahren durfte.

Ich weiss, das Schreiben liegt dir vielleicht nicht so, oder du glaubst noch nicht daran, dass du es kannst. Das schöne am Aufschreiben ist, du kannst es jederzeit wieder zur Hand nehmen. Du kannst es lesen, du kannst es erweitern und du kannst dich über dich freuen, darüber, was du schon bist, wer du bist und wohin deine Reise dich führt.

Schreibe auf, worüber Du Dir gegenüber dankbar bist.

#Engelderdankbarbeit #blogursinafriedMit Papier und Stift. Einem Journal oder auch als Brief. Sei episch, sei grosszügig, sei überschwenglich... Sei leidenschaftlich. Es ist für dich und nur für dich. 

... und wenn du dich grosszügig bei dir bedankt hast. Feiere dich. Deine Art des Seins. Dein Leben, deine Liebe zu dir selbst.

Ich gehe sogar soweit, dass ich mich auch für die Missgeschicke, die verpassten Gelegenheiten, die Dinge, die ich nicht erreicht habe bedanke und ich lasse sie dann gehen. .... vielleicht in eine bessere Zukunft.  So lasse ich die vergangenen Dinge los. In Dankbarkeit. Das schafft Platz für Neues.

.... und wenn du alles gelesen hast und du bis zu diesem Satz gekommen bist. Dann danke ich dir von Herzen, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Worte zu lesen.

Herzlich

Ursina